Abnehmen in den Wechseljahren? Geht nicht! Sagt wer?

Der Entschluss pro-aktiv mein Projekt FM60 zu starten und langfristige Veränderungen zu etablieren, verhalfen mir zu einem phantastischen neuen Lebensgefühl und der Gewissheit: Ja, auch im Wechsel kann Frau abnehmen… Rückblick einer glücklichen Silverlady.

Die Komfortzone stinkt

Kennst du solche und ähnliche Sprüche?

  • Das ist doch ganz normal im Wechsel!
  • Mit mehr Gewicht hast du auch wesentlich weniger Falten im Gesicht!
  • Macht eh keinen Sinn, in den Wechseljahren kann man nicht abnehmen!
  • Du schaust doch trotzdem gut aus, ist ja gleichmässig verteilt!

Ich hörte das oft genug und ließ mich lange Zeit immer wieder einlullen. Es war ja schließlich viel bequemer und „Dremon, der Dämon!“ (mein innerer Klabauter) drehte sich gemütlich in seiner Ecke um und schnarchte zufrieden weiter.

An die 10 verschiedene Bodyproject-Tracker der letzten 5 bis 6 Jahre fand ich bei der letzten Entrümpelungsaktion, auch ein paar alte Tagebücher. Immer wieder hatte ich verzweifelte Versuche gestartet: mehr Bewegung, Intervall-Fasten, weniger Süßigkeiten, kein Alkohol. Immer wieder landete ich jedoch an einem Punkt, an dem ich kläglich scheiterte und von mal zu mal ging das Gewicht weiter nach oben. 2016 wollte ich z. B. mit einem Startgewicht von 69,5 kg mit dem Abnehmen beginnen, ich hatte in früheren Zeiten so um die 60 bis 62 kg.

Dresscode: elegante Abendgarderobe

„Ich hab Karten für Dancing Stars! Hast du Lust mich zu begleiten? Dresscode: elegante Abendgarderobe – ich weiß, du hast entsprechendes Outfit daheim! “ Ich schwankte zwischen Freude und Verzweiflung als mich der Anruf einer lieben Bekannten erreichte.

Ja und ja, jedoch auch nein! Ja klar hatte ich Lust, noch dazu wo meine geschätzte Kollegin Caroline Athanasiadis zu den Teilnehmerinnen zählte. Ja ich hatte durchaus noch einige elegante Klamotten im Schrank. Aber OMG – ich passte ja in nichts mehr rein! Und kurzfristig was Neues kaufen, nein ganz sicher nicht!

So begab ich mich missmutig auf die Suche, ein Frusterlebnis jagte das nächste. Schließlich entschied ich mich für ein zeitloses langes Schwarzes, das ich vor vielen Jahren auf einer Jahresanerkennungsreise in Cannes erstand. Entschied ist gut, ich hatte keine andere Wahl. Mit Bauch weg-Strumpfhose – huch, wie entsetzlich! – quetschte ich mich irgendwie in die textile Hülle und verdrängte den Gedanken daran, wie das Outfit noch vor ein paar Jahren aussah. Elasthan sei Dank!

Pro-aktives Handeln

Plötzlich traf mich die Erkenntnis wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Wie lange will ich noch in meiner Opferrolle verharren? Ja, es ist einiges passiert in meinem Leben, doch die einzige, die mich da rausholen kann, bin ich selbst! Ich fasste den ernsthaften Entschluss – und genau das ist der springende Punkt: ERNSTHAFT – und startete mit 1.1.2022 mein Projekt Fit mit 60 (#FM60).

Mein Ziel war bzw. ist die dauerhafte Änderung meiner Gewohnheiten, die Etablierung meines neuen sexy Life-Style. Mit der Erreichung meines 60. Geburtstags wollte ich

  • ein Zielgewicht von 65 kg erreichen (bzw. optional in alle Klamotten passen, die sich in meinen „Motivationskisten“ angehäuft hatten),
  • bis Jahresende und darüber hinaus mein Wunschgewicht dauerhaft halten,
  • mit regelmäßigem Bewegungsprogramm Kondition und Muskelmasse aufbauen.

Gleichzeitig verpflichtete ich mich selbst dazu, regelmäßig auf Social Media von meinen Fortschritten zu berichten. Für mich machte das die Sache verbindlicher, denn es zwang mich dazu, mich intensiv mit der Thematik auseinander zu setzen. Jetzt gab es kein Kneifen mehr, denn wie stehe ich denn sonst da, als im Außen orientierter Mensch? Wobei, auch das hat sich verändert und ist mittlerweile nicht mehr so wichtig. Meistens jedenfalls… Die unerwarteten, überraschend positiven Reaktionen freuten und motivierten mich dennoch.

4 Säulen als Grundpfeiler

Im Zuge dieses Veränderungsprozesses kristallisierten sich vier essenzielle Säulen als Grundpfeiler heraus:

  • Ernährung – Bewusstmachung und Veränderung alter Gewohnheiten
  • Bewegung – Etablierung eines straffen Bewegungsprogrammes
  • Mind-Design – Visualisierung und genaue Analyse meiner Glaubenssätze
  • Beauty und Pflege – Verwöhnprogramm von innen und außen

All diese wertvollen Erkenntnisse und Veränderungen baue ich sukzessive in mein Begleitprogramm „Mission Silverlady“ ein. Ich möchte auch anderen Frauen Inspirationen an die Hand geben, um sich rundum wohl in ihrem Körper zu fühlen. Denn Abnehmen, Weiterentwicklung und Neues zu probieren, funktioniert auch oder gerade in den Wechseljahren!

Deinen Klabautern stellen

Hula Hoop

Ich begann im September 2021 mit einer persönlichen Hula hoop-Challenge (30 Minuten Hooping pro Tag) und konnte eine Veränderung meines Körpers feststellen. Das tägliche Training wirkte sich sehr positiv auf Rumpf- und Bauchmuskulatur aus und tat mir echt gut. Somit beschloss ich, diese Sportart ab 1.1. fix in meinen Tagesablauf einzuplanen.

Planken

Zusätzlich stellte ich mich einer für mich zu diesem Zeitpunkt ganz verhassten Herausforderung, nämlich dem Planken. Da es mich gar so triggerte und ich den Unterarmstütz nicht einmal 30 Sekunden halten konnte, committete ich mich als eine Kollegin zur 30 Tages-Plank-Challenge aufrief.

Es war Hardcore und mein Plank-Klabauter hüpfte anfangs wie ein Rumpelstilzchen. Doch siehe da, nach den ersten 2-3 Wochen täglichen Fröscheschluckens sah ich plötzlich beim monatlichen Stichtag eine deutliche Veränderung. Ich merkte auch, dass ich immer länger durchhielt – das war Motivation pur!

Gruppendynamik als Motivationsbooster

Ein sehr bedeutender Meilenstein war die Powergruppe zweier Kolleginnen. Hier ging es genau um meine Themen, idealer konnte es gar nicht sein! Gruppendynamik kann ja so beflügeln! Diese im Jänner gegründete Gruppe ist bis heute aktiv und der wertschätzende Austausch, die gegenseitige Motivation und das gelegentliche Auffangen waren ausgesprochen wichtig für mich.

5 Uhr Club-Fan

Um meine Einheiten auch wirklich unterzubringen, nütze ich vorzugsweise die frühen Morgenstunden. Als begeisterte 5 Uhr Club Anhängerin läutet mein Wecker um 4.30 h. Soferne ich abends gegen spätestens 22.30 h in den Federn liege, wache ich bereits ohne Wecker auf. Kaum zu glauben, doch mittlerweile ist das eine lieb gewordene Gewohnheit. Starte ich mit meiner Smovey- oder Laufrunde in den Tag, ist alleine die Stimmung draußen eine Entschädigung, die das mehr als wett macht!

So vergingen die Wochen und ich schaffte es dran zu bleiben. Meine Kühlschranktüre funktionierte ich zu einem Visionboard um, denn als visueller Mensch muss ich immer sehen, wie sich die Dinge entwickeln. Monat für Monat analysierte ich meine Veränderungen anhand einer Liste und etablierte in kleinen Schritten die neuen Gewohnheiten.

Hypnose

Unterstützend zu meinen Aktivitäten habe ich drei Hypnosesitzungen eingebaut. Diese sehr interessante Erfahrung hat mich in meiner Einstellung unterstützt und mir sehr geholfen dran zu bleiben, Gelassenheit zu erfahren und mich noch mehr mit meinem Körper verbunden. Gerade die Leichtigkeit ging mir in den letzten Jahren auf zahlreichen Ebenen verloren.

Ich bin ausgesprochen dankbar, in Daniela Schmidt von Hypnovis, eine außerordentlich herzenswarme und kompetente Hypnosementorin gefunden zu haben. Bei ihr konnte ich mich fallen lassen und fühlte mich in jeder Sekunde unserer Sitzung wohl behütet und gut aufgehoben. Entgegen manch obskurer Geschichten in Bezug auf Hypnose stellte ich persönlich fest, dass eine ausgezeichnete Vorbereitung und Vorbesprechung die Qualität – und in der Folge ein positives Ergebnis – sichert.

Abwechslung schaffen

Sportlich? Ich?

Bin ich sportlich? Noch immer ist der Glaubenssatz unsportlich zu sein, tief in mir verankert. Doch heute, an meinem 60. Geburtstag, wage ich zu behaupten: ja, ich bin eine sportlich ambitionierte Silverlady geworden. Auch wenn ich keine spezielle Sportart beherrsche, so ist nahezu tägliche Bewegung in meinem Leben sehr wichtig geworden.

  • Workout HIT-Kombination
  • Walken oder Smoven
  • Laufen
  • Hooping
  • TRX-Training (Schlingentraining)

Mittlerweile gehe ich ein- bis zweimal in der Woche zum Workout, das von einer befreundeten Trainerin geleitet wird. Es hilft mir immens, wenn mich jemand durch die Stunde peitscht. In der Gruppe macht das einfach mehr Spass.

Im April habe ich endlich wieder zu Laufen begonnen, obwohl ich das kürzlich unterbrechen musste. Doch bald – so hoffe ich – werde ich auch dieser Sportart wieder nachkommen können. Nach dem letzten Wings for Life World Run, habe ich mich umgehend für 2023 angemeldet und mir ein Ziel von 12 km gesetzt. Sehr fordernd für meine Verhältnisse!

Alternativ trainiere und walke ich sehr gerne mit den Smovey-Ringen, sie sind ideal für Fitnessübungen zwischendurch. Ich überlege ernsthaft, die Ausbildung zum Smovey-Coach zu machen, denn die Ringe sind echt vielseitig einsetzbar.

Regelmäßiges 10-15 minütiges Power-Hooping mit meinem befüllten Metallreifen ist die Aufwärmübung. Mein Vorhaben mehr in Richtung Hooping zu machen ist noch nicht zur Umsetzung gelangt, steht jedoch nach wie vor im Raum.

Vor kurzem bekam ich meine neueste Ausstattung, nämlich meinen TRX-Schlingentrainer. Mit diesem effektiven Ganzkörpertraining ohne Gewichte kann ich alle Muskelgruppen gezielt aufbauen. Vermutlich nehme ich mir doch nicht die Seniorenkarte im Fitness-Center… 😂

Schlingen-Training

Mittlerweile sind tatsächlich 7 Monate vergangen und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Zwar habe ich die 65 kg (noch) nicht erreicht, doch fast alle Klamotten passen wieder und meine Motivationskisten sind nahezu leer (da kamen alle Stücke rein, die ich wieder tragen wollte). 10 kg sind definitiv herunten und darauf bin ich mächtig stolz!

Monats-Challenges

Um meinen sportlichen Ambitionen Struktur und Abwechslung zu geben haben sich meine Monats-Challenges bewährt.

Meine persönliche August-Challenge ist das TRX-Training. Täglich 20-30 Minuten (5x die Woche) um mich mit diesem neuen „Feeling“ vertraut zu machen.

Im September starte ich wieder mit meinem regelmässigen Lauftraining, erstmals mit einem Ziel von 50 km vor Augen. Da wird es vermutlich am Morgen wieder kühler sein, was meiner Motivation sehr gut tut.

Achtsamkeit ist angesagt

Es gibt zwei Hosen und zwei Kleider, die ich noch nicht gecheckt habe. Die Anprobe hebe ich mir für Ende Juli auf und werde auf Insta und FB berichten. Wird spannend, denn gerade jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe (es ist der 24.7.2022), befinde ich mich in einer – sagen wir mal fordernden Phase. Ich leide sehr unter der Hitze und fühle mich überhaupt nicht wohl. Häufig merke ich, dass sich alte Gewohnheiten wieder einschleichen wollen – Achtsamkeit ist ausgesprochen wichtig.

Vor kurzem habe ich von einer neuen App erfahren, die ich für mein Begleitprogramm „Mission Silverlady“ auf Herz und Nieren testen möchte. Oder sollte ich sagen auf Fett, Kohlehydrate und Protein?

Meine monatliche „Achtsamkeitswoche“ ist eine gute Gelegenheit, hier wieder mitzuschreiben und zu tracken. Ich halte es für sehr wichtig, genau darauf zu achten, wo sich mögliche Fallen auftun und rechtzeitig Strategien zu entwickeln. Ich fürchte ohne dieses bewusste Hinschauen, ist es sehr gefährlich wieder abzurutschen und das möchte ich auf gar keinen Fall.

Zu sehr genieße ich die Tatsache aus meinen vielen Metern „nix zum Anziehen“ jetzt wieder mit Wonne wählen zu können und mich in meinem Körper wohl zu fühlen.

Hard facts

  • Start am 1.1.2022: 77,5 kg
  • Ziel Etappe 1 bis 31.7.2022: 65 kg
    • Ernährungsprotokoll
    • Ernährungs-Tracking zur Bewusstmachung
    • kein Alkohol
    • weniger Zucker
    • regelmässige Sporteinheiten
    • täglich 10.000 Schritte und mehr
  • Stand 31.7.2022: 66,5 kg
  • Ziel Etappe 2 bis 31.12.2022:
    • dauerhaftes Halten des Gewichts
    • Muskelaufbau
    • neue Gewohnheiten etablieren
    • intuitives Essen
    • 10 km Laufen am Stück
  • monatlicher Mess- und Wiegetag fürs Protokoll

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